Freitag, 23. November 2012

Der Vogelmensch


Nach dem Frühstück erschien der Vogelmensch wieder und lud die Jungen zu einer Schlittenfahrt ein. Schnell liefen sie auf ihre Zimmer, hüpften in die Schneeanzüge, nahmen Handschuhe mit und waren rechtzeitig auf dem Hotelvorplatz. Dort war eine lange Kette von Rodelschlitten hintereinandergespannt und auf jedem saßen 2 Kinder.

Der Vogelmensch rief sie mit seiner seltsamen Sprache zu sich und band ihren Schlitten in die Reihe hinein. Jan bot Jolly an vorne zu sitzen und nach kurzem Überlegen stimmte Jolly zu.
„ Wir können ja unterwegs wechseln, nicht wahr?“ Jan nickte und so warteten sie auf das Startzeichen.

Nachdem alle Schlitten aneinander gebunden waren, alle Kinder Handschuhe angezogen hatten, zogen 4 Haflinger, die vor den ersten großen Schlitten gespannt waren, an. Langsam setzte sich der Schlittenzug in Bewegung und die Kinder erlebten eine schöne Fahrt.

Als sie zurückkehrten, blieb ihnen kaum Zeit zu verschnaufen, denn nach der Mittagssuppe war es schon Zeit zur Kirche zu gehen. Da am Abend vorher alle lange gefeiert hatten, fanden Frühstück und Mittagessen viel später statt.

Mama hatte für Jolly einen feinen neuen Anzug mit Krawatte bereit gelegt und Lea bekam ein festliches Kleidchen angezogen. Sie patschte in die Hände vor Vergnügen und auch Jolly freute sich. Als Mama und Papa auch festlich gekleidet waren, fuhren sie mit dem bereitgestellten Hotelbus zur Kirche. Aus der offenen Kirchtür klang Orgelmusik und Jolly hielt Papas Hand ganz fest gedrückt. Es war so schön, das alles erleben zu dürfen.

Jemand tippte ihn auf die Schulter und da stand Jan, ebenfalls festlich gekleidet mit seinen Eltern neben ihm. Jolly strahlte, gab Jan seine freie Hand und gemeinsam schritten sie in die Kirche hinein.

Alles war mit Kerzen beleuchtet und es roch nach Weihrauch und Honig. Sie fanden freie Plätze für sich und obwohl ihnen die Zeremonie ungewohnt war, genossen sie alles.

Nach dem Gottesdienst gab es ein traditionelles Essen, das fremd war, doch sehr gut schmeckte. Dann tauchte plötzlich der Vogelmann wieder auf und sang:

Mittwoch, 21. November 2012

Die Alphornbläser

Jolly war inzwischen vor dem Hause angekommen und hatte die Alphornbläser gefunden.

Drei Männer, eine Frau und zwei Kinder standen in einem Halbkreis und bliesen in unterschiedlich lange Hörner und erzeugten eine Klangfülle, die sich, wie ein warmer Mantel um alle und alles herumlegte. Auch Jan war den Klängen gefolgt und so standen die beiden Jungen einträchtig nebeneinander und hörten zu.

Als das Konzert beendet war, kam eines der mitspielenden Kinder, ein blondes Mädchen, auf die Jungen zu und fragte, ob sie einmal ausprobieren wollten, wie ein Alphorn zu spielen sei. Beide folgten begeistert und verbrachten eine spannende halbe Stunde damit, zu versuchen den Alphörnern Töne zu entlocken.

Nachdem sie sich bedankt hatten, gingen sie mit ihren Eltern, die inzwischen auch dazugekommen waren, zum Weihnachtsfrühstück. Alle waren festlich gekleidet und auch die beiden Jungen hatten sich noch einmal umziehen müssen.

Die Tische standen heute in einem großen Rund zusammen, sodass alle an einem gemeinsamen Tische sitzen konnten. An Stelle des Buffets wurden die Speisen von festlich gekleidetem Personal am Tische serviert. Jeder durfte auswählen, was er gerne haben wollte.

Jolly und Jan saßen nebeneinander, Mama mit Lea und Papa ihnen gegenüber und Jans Eltern saßen neben ihm.

Jetzt sahen sie erst einmal, wie viele Gäste im Hotel waren. Alle unterhielten sich lebhaft und aßen mit gutem Appetit.

Dienstag, 20. November 2012

Der fünfte Tag


Der fünfte Tag Heiligabend


Jolly hörte mächtige Klänge in seinem Traum. Engel zogen in einer Prozession zur Krippe hin, in der das Christkind lächelnd lag und die Hände nach Jolly ausstreckte und immer wieder lächelnd sagte: „mei olly, mei olly“ Jolly lächelte und lief zur Krippe. Gerade, als er das Christkind streicheln wollte, patschte Leas Händchen in sein Gesicht.

Jolly öffnete die Augen, gähnte, räkelte und streckte sich und kitzelte Lea dann, die sich begeistert zu ihm ins Bett kuschelte. „Komisch“ dachte Jolly, „die Klänge sind immer noch da“. Er richtete sich auf und lauschte, ja, mächtige Töne. „Mama, was ist das?“ fragte er ratlos.

Mama, die auch noch im Bett lag, hob ihren verwuschelten Kopf und sagte: „Das sind Alphörner. Wir haben unten im Speiseraum die Bilder davon gesehen, erinnerst Du Dich? Sie spielen heute, um uns auf das Christfest einzustimmen. Heute Abend ist der heilige Abend, das weißt Du ja.“

Ah,“ jetzt hatte Jolly eine Vorstellung der Instrumente und plötzlich war er voller Freude und .Aufregung. „Wenn Du magst, darfst Du Dich schnell anziehen und hinunterlaufen“ sagte Papa, „wir kommen gleich nach“

Wie ein Blitz hüpfte Jolly aus dem Bett, flitzte ins Badezimmer, machte die Turbowäsche und war schneller angezogen, als man denken konnte. Alle lachten, als Jolly Lea noch einen kleinen Kuss gab und dann aus der Tür rannte. „ Unser Junge, jetzt wird er selbstständig“ sagte Papa und ging ins Bad.

Der Auftritt 1


Als sie geendet hatten, gab es großen Beifall und Mama stand plötzlich ganz nah an der Bühne und hatte Tränen in den Augen, während sie klatschte und über das ganze Gesicht strahlte.

Jolly war sehr zufrieden, sozusagen sehr, sehr zufrieden. Er lief zu Mama und umarmte sie glücklich. Auch Jans Mama stand da und breitetet ihre Arme aus, um Jan zu empfangen, der ganz rot vor Aufregung war.

Ich bin so stolz auf Dich, mein Junge“ flüsterte Mama in Jollys Ohr. „ Ich bin auch stolz auf uns“ flüsterte Jolly in Mamas Ohr zurück und grinste.

Dann löste er sich von Mama und sah sich suchend nach Jan um. Der stand dicht hinter Jolly und Tränen liefen ihm über die Wangen. Erschrocken fragte Jolly, was los sei und Jan schniefte, dass er so glücklich sei, dass er Jolly kennengelernt habe, denn alleine hätte er sich nie getraut auf die Bühne zu gehen und jetzt hätte alles so gut geklappt und seine Mama hätte sich so gefreut und er würde sich auch so freuen und deshalb müsse er jetzt einfach weinen.

Jolly musste schlucken, daran hatte er garnicht gedacht. Alleine hätte er das auch niemals gemacht. Nur mit Jan war es möglich. Er lächelte ihn an und sagte: „Es war nur zusammen möglich und ich bin auch sehr froh, dass ich Dich kennengelernt habe und wir das gemeinsam, erleben konnten.“ Dann umarmten sich die beiden und gingen einträchtig zu ihrem Tisch zurück, während die beiden Mütter mit offenem Munde dastanden. „ Ich glaube, unsere Jungen werden erwachsen.“ sagte Jans Mutter.“ und ich bin auch froh, dass wir uns kennengelernt haben.“

Jollys Mama nickte mit feuchten Augen, dann folgten sie ihren Söhnen zum Tisch.
Dort hatten die Väter die Jungen in Empfang genommen und ihnen herzlich gratuliert. Lea rief immer wieder :“ Mei olly daaa, Mei olly daaa“

Jolly nahm sie auf den Arm und drehte sich mit ihr im Kreise und Lea jauchzte vor Freude. Als er wieder stille stand, blickte Lea Jan an, streckte plötzlich ihre Ärmchen nach ihm aus und sagte: „An daaa, an daaaa“ Jan trat völlig überrascht auf sie zu und nahm sie vorsichtig auf den Arm. Lea lachte, hielt ihr Köpfchen schief und sagte. „Mei an, ei“ und streichelte vorsichtig über seine Wange, dann legte sie ihr Köpfchen an seinen Kopf und sah dabei Mama an und lächelte.

Es war ein kurzer besonderer Moment, dann streckte sie ihre Ärmchen wieder nach Mama aus, die sie fröhlich entgegennahm. Jan war sprachlos und strahlte nur noch.

Jetzt setzte die Musik mit einem Tusch ein und der nächste Programmpunkt begann. Ein kleines Theaterstück auf umgebauter Bühne mit viel Komik, die auch aus den Bewegungen erkenntlich war, sodass alle der Handlung folgen konnten.

Es gab noch einige wunderbare Aufführungen an diesem Abend, doch Jan und Jolly konnten gar nicht mehr aufpassen. So baten sie um Erlaubnis vor die Tür gehen zu dürfen und nachdem sie die Schneejacken angezogen hatten, gingen sie hinaus, wo sie von einem sternenübersäten Himmel und frostklarer Luft empfangen wurden.

Sie erzählten sich viel voneinander und in dieser Nacht begann eine Freundschaft, die ein Leben lang Bestand hatte..

Sonntag, 18. November 2012

Der Auftritt


Der Auftritt


Jan und Jolly waren immer weiter nach vorne gegangen und hätten für ihr Leben gerne auch mitgemacht. Da trat ein kleines Elfenkind vor sie hin, knickste und sagte:“ Büebli, kommet fei grad mit mia. “ Die Jungen sahen sich an und folgten dem kleinen Mädchen hinter die Bühne. Dort stand der Vogelmensch und begrüßte die beiden herzlich. „Megen die Herren singen ein Lied von Heimat ihriger?“ fragte er.

Jolly runzelte die Stirn, "was sollte das denn jetzt schon wieder heißen?" Doch der Vogelmensch wiederholte geduldig und schließlich verstanden sie. „ Hm, ein Adventslied von zuhause?“

Beide waren erst mal überrascht, doch dann lächelte Jan: „Oh ja, ich kenne eines, es heißt: „Ich wünsche mir zum Weihnachtsfest. Kennst Du es auch, Jolly?“ Jolly nickte. „ Dann können wir es ja zusammen singen. Hast Du Lust dazu?“

Jolly nickte wieder, "ja zusammen war leichter." Sie zogen sich in eine Ecke zurück und sangen gemeinsam. Immer wenn einer von ihnen den Text verlor, wusste der andere weiter. Das kleine Elfenmädchen schrieb alles mit und reichte ihnen dann den Text. So waren sie doppelt gesichert.

Der Vogelmensch erschien wieder und fragte:“ Seien die Herren fertig mit Pre-pa-ra-tion von Lied?“

Langsam gewöhnte Jolly sich an seine Redeweise und nickte: „ Ja, wir sind bereit.“ „ So megen folgen mir die Herren auf Bühne des Lebens“ sang er und leitete sie zum Vorhang, hinter dem sie warten sollten, bis er sie angekündigt hatte.

Jolly hielt in der einen Hand das Mikrofon und in der anderen den Textzettel. Jan hielt das andere Mikro mit beiden Händen fest. Dann erscholl Applaus und das Elfenmädchen hob den Vorhang, um sie auf die Bühne zu lassen.

Zunächst waren sie durch das Scheinwerferlicht, wie geblendet. Dann erklang plötzlich das Klavier und spielte die vertraute Begleitung zu ihrem Lied. Gleichzeitig richteten sich die beiden Jungen auf, nahmen die Mikrofone vor den Mund und sangen aus frohem Herzen und voller Kehle:

Freitag, 16. November 2012

Das Fest im Dorf


Das Fest im Dorf


Viele Kinder liefen durch den Raum und als eine Glocke ertönte, sammelten sie sich alle auf der Bühne. Jolly und Jan setzten sich mit ihren Familien an einen Tisch, nahe am Ausgang.

Als Jolly fragte, ob sie auch weiter vorne sitzen könnten, antwortete Mama, dass sie das natürlich tun könnten, doch da es sicher dort sehr laut sein würde, wäre es schwierig miteinander zu reden und auch für Lea wäre es vielleicht zu anstrengend. So könne sie mit ihr hinausgehen, wenn es zu laut würde. Das sah Jolly ein, denn er selber fand es schrecklich, wenn es so laut war, dass die Ohren schmerzten.

Jetzt erklang die Glocke ein zweites Mal und alle wurden still. Der Bürgermeister begrüßte die Anwesenden und wünschte einen harmonischen, fröhlichen Abend, der die Adventszeit beenden und das Weihnachtsfest einleiten sollte.

Dann stellte sich eine große Kinderschar auf die Bühne, ein Klavier erklang, und die Kinder begannen zu singen und zu tanzen, manchmal alle zusammen, manchmal alleine, manchmal in kleinen Gruppen. Es war sehr kurzweilig und bunt anzusehen und zu hören und gerade die kleinen Fehler, oder Unsicherheiten machten es noch lebendiger und schöner. Viel zu schnell war dieser erste Programmpunkt vorbei.

Dann trat plötzlich der Vogelmensch auf die Bühne und spielte auf einer Flöte und lauter kleine Vogelkinder purzelten aus allen Ecken und Winkeln kommend um ihn herum.

Plötzlich wurde es ganz stille, das Licht ging bis auf einen kleinen Scheinwerfer aus. In seinem Lichtstrahl kletterten die Vogelkinder so aufeinander herum, dass sie sich zu einer hohen Pyramide formten. Dann begann ein Trommelwirbel und plötzlich flog ein kleines Vogelmädchen auf die Spitze der Pyramide, wackelte ein wenig, fing sich und richtete sich dann strahlend auf. Alle klatschten begeistert, als die Kinder und der Vogelmensch zur Abschlussverbeugung nach vorne traten.

Donnerstag, 15. November 2012

der vierte Tag


Der vierte Tag


Am nächsten Morgen zogen Papa und Jolly gemeinsam auf die Anfängerskipiste. Dort bekamen sie Skischuhe und Skier angepasst und lernten die ersten Grundbegriffe des Skilaufens. Da es dabei immer wieder zu leichten Stürzen kam, hatten alle viel zu lachen.

Mama und Lea waren mit Jans Mama ins Dorf gefahren, um einen kleinen Einkaufsbummel zu machen und Jan sauste mit seinen Freunden über die steileren Pisten, denn er war schon ein sehr sicherer Skiläufer.

Als Papa und Jolly ins Hotel zurückkehrten, waren sie rechtschaffen müde und kalt und froh sich umziehen zu können. Auf ihrem Zimmer trafen sie auch Mama und Lea und so konnten sie gemeinsam zu Tische gehen.

Am Nachmittag war Gammeln angesagt. Jolly freute sich, denn er hatte ein spannendes Buch und wollte es gerne zu Ende lesen. So kuschelte er sich in sein Bett, während Lea auf dem Fußboden spielte und Papa Zeitung las. Mama lag auf der Sonnenterrasse in einem Liegestuhl, um sich zu bräunen.

Gerade, als Jolly die letzte Seite des Buches gelesen hatte, richtete Lea sich an seinem Bett auf, hielt ihr Köpfchen ganz schief, lächelte und sagte: „Meiolly daaa“ und lachte ganz hell.

Jolly musste auch lachen und sagte: „ Lea daaa“ und tippte sie mit seinem Zeigefinger leicht an. Lea quitschte auf und wiederholte: „Meiolly daaa“ und Jolly antwortete ihr auf die gleiche Weise. So spielten sie eine ganze Weile miteinander. Papa hatte seine Zeitung zur Seite gelegt und sah ihnen lächelnd zu.

Da hörten sie ein Geräusch und als sie aufblickten, kam Mama gerade zur Tür herein. Lea und Jolly riefen zusammen: „Mama daaaa“ und Jolly bekam einen richtigen Lachkrampf, während Lea auf Mama zueilte, die sich hinhockte und die Arme ausbreitete. Dann hob sie Lea hoch, drehte sich mit ihr im Kreise und küsste sie. „Habt Ihr gesehen, Lea ist ganz alleine gelaufen“, rief sie fröhlich. „So ein großes Mädchen haben wir schon.“

Nach dem Abendbrot zogen sich alle die Schneeanzüge an, denn an diesem Abend fand im Dorf ein großes Fest statt. Alle waren eingeladen zum Adventsausklang.

In einem großen Dorfgemeinschaftsraum, waren viele Tische und Bänke aufgestellt, eine Fläche war als Tanzfläche freigehalten und dahinter war eine Bühne, auf der schon einige Musiker Platz genommen hatten.